Radtour (35 km): Orsbeck (KP 22) - Ruruferweg (KP 23, 15) - Effeld (25) - Vlodrop/NL (KP 71, 72) - Karken (KP 14) - Ruruferweg (KP 15, 23) - Orsbeck (KP 22) - Ratheim (KP 92) - Rurniederung (KP 16) - Orsbeck (KP 22)
Eine gemütliche, völlig unspektakuläre und entspannte Feld- und Wiesentour an der Rur - ähnlich der im Vorjahr - samt Abstecher in die Niederlande. Wo möglich, geht es direkt am Fluss entlang, ansonsten durch Weiden, Felder und ein paar Städtchen, aber kaum an größeren Landstraßen entlang. Das sanft wiegende Grün der flachen, offenen Wiesenlandschaft und der weite Himmel, an dem majestätische Wolken vorüber segeln, erzeugen eine wohlige Stimmung von Abstand und Ruhe, ein Gefühl von Freiheit und Geborgenheit, was wir beide so sehr schätzen und genießen können. Am Wegrand immer wieder freundliche Rinderherden. Mal begleiten uns kunterbunte Stieglitze ein Stück des Weges, dann kreuzen wir den Samstagsausflug einer Rotkehlchenfamilie, und gelegentlich sehen wir einen rotbraunen Falken in der Luft stehen oder erhöht auf einem Zaunpfahl oder Heuballen sitzen. An einem Brückengeländer entdeckt R. einen Schmetterling, den wir noch nicht kannten; ich vermute, es ist ein C-Falter.

Leider sind jenseits der niederländischen Grenze die Blaubeeren noch nicht reif, da müssen wir in einem Monat noch mal wieder kommen. Dafür kauft R. an einem Bauernhof etwas Blaubeersaft und leckere Aprikosen. Der kleine Markt in Vlodrop scheint fest in der Hand deutscher Rentnergangs zu sein, die mal eben mit ihren SUVs und anderen dicken Autos über die Grenze gehüpft kommen. Vor allem der Fischstand wird von ihnen belagert. Hier schallt deutsche Schlagermusik über den Platz. Die Liebste stürzt sich dennoch ins Getümmel und ersteht eine Portion Kibbeling (frittierte Fischhäppchen), die wir uns etwas abseits, auf einer Treppe sitzend, schmecken lassen. In einem Laden, der ganz auf den kleinen Grenzverkehr eingestellt ist (es gibt z.B. keinen niederländischen Kaffee), kaufe ich eine Packung Espressobohnen, weil uns zuhause der Kaffee ausgegangen ist. Der Verkäufer, bei dem ich bezahle, bedient mich, als er merkt, dass ich Deutscher bin, in einem seltsamen, bemüht witzigen Singsang, der wohl lustig sein und dem deutschen Klischee von niederländischen Marktbeschickern entsprechen soll. Ich finde es nur peinlich und möchte ihm am liebsten zurufen: „Auch wenn ich Deutscher bin, so bin ich keine drei Jahre alt und auch nicht senil, Sie können also ganz normal mit mir reden.“ Aber ich traue mich nicht, versuche, freundlich zu bleiben und mache mich schnellstmöglich aus dem Staub.


Auf dem Rückweg, vorbei an hässlichen Eigenheimsiedlungen bei Karken und ruhenden Rindern auf den Weiden, schießen wir bewusst übers Ziel, den vertrauten Parkplatz an der Rur bei Orsbeck, hinaus und drehen flussaufwärts noch eine Runde bis Ratheim. Dort machen wir ein letztes Mal an einem Kriegerdenkmal halt, das trotz seiner Betonbauweise weniger martialisch wirkt als die meisten seiner Entsprechungen anderenorts.

















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen